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Das Schloss Stolberg

Märchen beginnen häufig mit der Einführung „Es war einmal" und es folgt eine fiktive Erzählung. Eine Sage dagegen ist eine mündliche Überlieferung, die auf geschichtlichem Hintergrund basiert. Der Hintergrund der Erzählung hat einen gewissen Wahrheitsgehalt, ist aber mit fantastischen Elementen ausgeschmückt. Und mit einer Sage beginnt die Geschichte um die Grafen von Stolberg: Demnach soll der römische Ritter Otto de Columna eine erste Burg erbaut haben, die man „Das alte Stolberg“ nennt. Das war zur Zeit des oströmischen Kaisers Justin II. der von 520 bis 578 lebte. Das alte Stolberg liegt unweit der Gemeinde Stempeda, bei Rottleberode, auf dem Stalberg. Heute finden sich nur noch wenige, vom Wald überwucherte Überreste der Burg. Ritter de Columna soll seinem Kaiser Justin einen schwarzen Hirsch geschenkt haben, den er auf dem Stalberg gefangen haben soll. Als Dank dafür ernannte ihn Kaiser Justin II. zum Grafen von Stalberg und gab ihm ein Wappen mit schwarzen Hirsch und goldenem Felde. Soweit die Sage!

Wie lange „Das alte Stolberg“ bewohnt war ist nicht bekannt. Auch nicht, wann die neue Burg Stolberg, die erst später zum Schloss wurde, entstand. Gelegen ist das Schloss Stolberg in 375 m NN auf einem Bergsporn über dem gleichnamigen Ort. Urkundlich erwähnt wurde als erster Graf Heinrich zu Stolberg 1210. Von diesem Zeitpunkt an war das Schloss bis 1945 ununterbrochen im Besitz der Grafen von Stolberg. Im Spätmittelalter schickten sich die Stolberger Grafen an, eine dauerhafte und übergreifende Herrschaft im Harz zu errichten. Die Entwicklung ab dem 16.Jahrhundert verlief aber anders, die Macht des Stolberger Adelsgeschlechts schwand. Insbesondere Kursachsen setzte alle Mittel, bis zur militärischen Gewalt, ein um die Grafschaft zu schwächen und unterzuordnen. Vor 500 Jahren verließ Juliana, eine Tochter des Grafen Botho III. ,Stolberg . In zweiter Ehe heiratete sie den Grafen Wilhelm von Nassau-Dillenburg. Damit wurde Juliana zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten ihres Grafenhauses. Ihr ältester Sohn, Wilhelm von Oranien, ging als Befreier der Niederlande in die Geschichte ein. Und Juliana als die Ahnfrau des niederländischen Königshauses.

Bis etwa 1500 waren die Raumverhältnisse auf der Burg eher beengt. Von 1538 bis 1547 wurde dann begonnen die Burg zu erweitern, sie zum Schloss auszubauen. Zuerst wurde eine Kemenate und drei Gebäude an der Südfront erbaut, alles im Renaissancestil. Es folgte, etwa von 1703 bis 1710 der Innenausbau. Die Neuen Räume wurden mit 70 Temperabildern der Maler Samuel Blütner und Franz April ausgeschmückt. Und der Italiener Michael Caminade nahm umfangreiche Stuckarbeiten vor. Zwischenzeitlich wurde die Altbausubstanz saniert und integriert sowie weitere Anbauten geschaffen. Das Schloss Stolberg stand immer unter einem günstigen Stern, von irgendwelchen Zerstörungen wurde es nie betroffen. 1645 fand eine Teilung der Grafschaft in mehrere Linien statt. Fortan sowie in den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich die Linien Stolberg-Wernigerode als älteste, die Linie Stolberg-Gedern und Stolberg-Schwarza sowie Stolberg-Stolberg und Stolberg-Roßla. Nach den Napoleonischen Kriegen und dem Ende des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, verloren die Stolberger ihre Reichsgrafenwürde und wurden 1815 preußische Standesherren.

Nachdem Ende des 2.Weltkrieges gehörte Stolberg zur russischen Besatzungszone. Das Schloss wurde enteignet und in DDR-Volkseigentum überführt. Es diente dann als Ferienheim, war aber schon dem Verfall preisgegeben. Nach der Wiedervereinigung und dem folgenden Leerstand ging der Verfall flott voran, bis die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schloss 2002 übernahm. 2008 wurden die ersten sanierten Räume und Gebäude der imposanten Schlossanlage eingeweiht und der öffentlichen Nutzung übergeben. Jetzt ist das Schloss Stolberg und damit auch das Adelsgeschlecht der Grafen von Stolberg wider in aller Munde.

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.stolberger-schloss.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Stolberg 

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2007/2011

 
 
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Burgen und Schlösser in der Harzregion: Band 1
Bernd Sternal (Autor), Lisa Berg (Autor), Wolfgang Braun (Autor)
Burgen und Schlösser der Harzregion

In den einschlägigen Touristenführern und Bildbänden über den Harz, finden wir immer die selben Burgen und Schlösser, die als Wahrzeichen und Ausflugsattraktion vorgestellt werden. Aber der Harz hat sehr viel mehr, dieser faszinierenden, mittelalterlichen Altertümer, die in keinem Reiseführer vorkommen. Es sind die zahlreichen Ruinen der Harzer Burgen und Schlösser, von deren Aussehen wir kaum eine Vorstellung haben.

Das Autorenteam hat lange gearbeitet und nun liegt das Resultat als Buch vor. Es vermittelt ihnen in einzigartiger Weise, wie diese legendären, von Mystik umwehten Relikte einer längst vergangenen Zeit, einmal ausgesehen haben könnten. Mittels detaillierter Rekonstruktions- und Grundrisszeichnungen sowie historischer Zeichnungen und Stiche und umfassenden geschichtlichen Fakten, können sie sich ein Bild von der Harzregion im Mittelalter machen. Wir wünschen ihnen viel Freude dabei und möchten sie schon neugierig machen auf den II. Band der bald folgen wird.