Ausflugsziele Startseite

 
Rubriken:
> Action & Freizeit
> Baden im Harz
> Burgen & Schlösser
> Dome, Kirchen & Klöster
> Familie & Kinder
> Garten- & Parkanlagen
> Geschichte
> Harzer Persönlichkeiten
> Harzer Traditionen &
   Handwerk

> Höhlen & Bergwerke
> Kultur
> Motorradtouren
> Mühlen im Harz
> Museen
> Natur & Nationalpark
> Reiten & Kutschfahrten
> Schlemmen
> Seen & Talsperren
> Tiere & Tiergärten
> Traumhochzeit im Harz
> Türme & Warten
> Wandern & Radeln
> Wellness & Gesundheit
> Wissenswertes

> Ab in den Urlaub >>>
Harz-Hotels online Buchen

> Suchmaschine

> Anfrage an Gastgeber
   im Harz
  
Lassen Sie sich ein
   individuelles Angebot für
   Ihren Harzurlaub erstellen.

> Harzorte mit Gastgebern
> Last-Minute Angebote
   im Harz

> Harz-Karte
> Geheimtipp-Forum
   
im Harz- Urlaub

 

 

Botanik-Pionier Johannes Thal

Gut, er ist kein geborener Harzer, aber irgendwas ist ja immer. Dafür hat er viele Jahre im Harz gelebt und, er hat ein Buch über den Harz geschrieben, das eine absolute Pionierleistung darstellt. Der Arzt und Botaniker, mit Geburtsort Erfurt , war der erste, der ein komplettes Verzeichnis aller Pflanzen einer Region anlegte. Das war 1577 und bis dato hatten alle anderen Autoren sich nur auf medizinisch wirksame Pflanzen eingelassen.

Johannes Thal wurde 1542 in Erfurt, als Sohn eines der ersten evangelischen Pfarrer, geboren. Nach anfänglichem Schulbesuch in Erfurt, ging Thal von 1558- 1561 an die renommierte Klosterschule nach Ilfeld und kam so erstmals mit dem Harz in Berührung. Schon in dieser Zeit soll er sich für Pflanzen interessiert und Herbarien angelegt haben. Aber Thal entschied sich in Jena Medizin zu studieren. Nach Studienabschluss ging er dann als Arzt nach Stendal. Und auf Grund seiner Tüchtigkeit als Mediziner und seines Wissens in der Pflanzenheilkunde machte er sich schnell, weit über Stendal hinaus, einen Namen. Das veranlasste das Stolberger Grafenhaus, sich um Thal als Arzt zu bemühen.

1572 ging Johannes Thal nach Stolberg und begann dort seinen Dienst als Hofarzt. Eine Quittung im Stolberger Stadtarchiv gibt Auskunft über seinen Sold: 12 Gulden, 10 Groschen und 6 Pfennig waren das im Quartal. Als Arzt hatte Thal viel zu tun und er war angesehen bei der Grafenfamilie wie auch bei den Bewohnern des Ortes. In seiner Freizeit ging er seiner Passion nach, er studierte Pflanzen und unternahm unzählige Exkursionen. Thal hielt alle seine Erkenntnisse schriftlich fest, so entstand über 5 Jahre das erste, bekannte Regionalpflanzenverzeichnis.

1577 bat sein Freund Joachim Camerarius der Jüngere, der Stadtarzt in Nürnberg war, Thal ihm sein vollständiges Harzpflanzenverzeichnis zu übersenden. Der Autor gab seinem Werk den Namen „ Der Harzwald, oder ein Verzeichnis der Pflanzen, die in den Bergen des Harzes, welcher hinaus gegen Sachsen zeigt, und in seiner Nachbarschaft von sich selber wachsen.“  Leider erlebte Johannes Thal die Veröffentlichung seines Werkes nicht mehr. Seit 1581 arbeitete er als Stadtphysikus in Nordhausen. Im Juni 1583 verunglückte er auf dem Weg zu einem Krankenbesuch in die Altmark mit einem Pferdefuhrwerk und verstarb an seinen Verletzungen. Sein Nürnberger Freund und Kollege Camerarius veröffentlichte erst 1588 Thals Werk unter dem Titel „Sylva Hercynia“.

Das Bild der Harzvegetation, welches Thal zeichnete, war eine Pionierleistung. Ohne vorhandener Systematik und Bestimmungsvorlage, unter den schwierigen Bedingungen und Voraussetzungen des Reformationsjahrhunderts, schuf er ein Botanikwerk, das zahlreiche Pflanzen erstmalig beschrieb und auch deren Standorte dokumentierte. Sein „Sylva Hercynia“ hatte für viele Generationen von Botanikern und Forschern maßgebliche Bedeutung. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der berühmte Naturwissenschaftler Carl von Linné ihm zu Ehren eine Gattung der Familie der Pfeilwurzgewächse “Thalia“ nannte.

Weitere Informationen unter: Johannis Thal – Wikipedia
http://www.nordhausen.de/stadt_tourismus/nordhaeuser/johannes_thal.php4
http://www.stolberger-geschichte.de/Personen/thal.html

zurück

Copyright der Texte Bernd Sternal 2009