> Harz-Urlaub Startseite

> Ausflugsziele Startseite
  
   Rubriken:
> Action & Freizeit
> Baden im Harz
> Burgen & Schlösser
> Dome, Kirchen & Klöster
> Familie & Kinder
> Garten- & Parkanlagen
> Geschichte
> Harzer Persönlichkeiten
> Harzer Traditionen &
   Handwerk

> Höhlen & Bergwerke
> Kultur
> Motorradtouren
> Mühlen im Harz
> Museen
> Natur & Nationalpark
> Reiten & Kutschfahrten
> Schlemmen
> Seen & Talsperren
> Tiere & Tiergärten
> Traumhochzeit im Harz
> Türme & Warten
> Wandern & Biken
> Wellness & Gesundheit
> Wissenswertes

 

> Geheimtipp-Forum
   
im Harz- Urlaub

   Hier finden Sie unsere
   Geheimtipp-Beiträge
   nach dem Eintrag sortiert
   und können jeden
   kommentieren.

> Anfrage an Gastgeber
   im Harz
  
Lassen Sie sich ein
   individuelles Angebot für
   Ihren Harzurlaub erstellen.

> Orte mit Gastgebern
   im Harz

> Last-Minute Angebote
   im Harz

> Harz-Karte

Verwandtschaft aus der Bronzezeit - Iberger Höhlenerlebniszentrum

Fast jeder Mensch interessiert sich für seine Familie. Viele interessieren sich für Genealogie und können stolz auf einen Stammbaum von ein paar hundert Jahren verweisen. Aber wer kann 3.000 Jahre alte Ahnen vorweisen, Ahnen aus der Bronzezeit? Sicher keiner werden Sie jetzt denken. Schriftliche Aufzeichnungen gibt es im germanischen Kulturraum erst seit dem Frühmittelalter. Als ältestes schriftliches Zeugnis einer germanischen Sprache wird die Wulfilabibel angesehen, und die stammt aus dem 4.Jahrhundert. Und trotzdem, es gibt zwei Männer, die können auf eine 3.000 jährige Abstammung verweisen. Und diese Männer stammen aus dem Harz, aus dem Raum Osterode.

Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund

Alles begann 1972 mit der neuzeitlichen Entdeckung einer Höhle im Vorharzer Höhenzug Lichtenstein, gelegen zwischen Osterode und Förste. Bereits in den 80er Jahren fanden Höhlenforscher menschliche Knochen und Schmuck. 1992 verschafften sich Raubgräber gewaltsamen Zugang zu der verschlossenen Höhle. Um weiteren Zerstörungen vorzubeugen, wurde eine archäologische Grabung unter der Leitung von Kreisarchäologe Dr. Stefan Flindt beauftragt. Die Archäologen fanden 38 menschliche Skelette sowie zahlreiche Artefakte. An Hand der Funde konnte eine Datierung in die Frühbronzezeit erfolgen.

Das Besondere an den Knochenfunden, durch das kalkhaltige Wasser der Höhle sowie der konstant niedrigen Temperatur, waren die Knochen sehr gut erhalten, praktisch konserviert. Selbst die DNA der Knochensubstanz war erhalten und lies sich molekularbiologisch untersuchen. Die DNA-Analyse und der daraus gewonnene genetische Fingerabdruck ergaben eine wissenschaftliche Sensation. Dr. Susanne Hummel vom Göttinger Institut für Anthropologie hatte mit drei Generationen den ältesten Familienclan der Welt entdeckt. Das analysierte spezifische Gen-Muster der gefundenen Männerskelette lies eine Idee aufkeimen. Gibt es noch Nachkommen der Bronzezeitmenschen in der Region und lassen sich die ausfindig machen?

Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund Höhlenerlebniszentrum in Bad Grund

Es folgte ein Aufruf zum Speicheltest an Alteingesessene der 6 umliegenden Dörfer. Diese einzigartige Aktion fand regen Zuspruch, rund 300 Anwohner stellten sich der Wissenschaft zur Verfügung. Und dann 2007 der wissenschaftliche Paukenschlag. 2 Männer wurden als ferne Verwandte ermittelt, abstammend über etwa 120 Generationen vom selben Mann, „Eindeutig wie beim Vaterschaftstest“ so Dr. Hummel. Berufsschullehrer Manfred Huchthausen und Landvermesser Uwe Lange, die sich vorher nur vom Sehen kannten, haben einen gemeinsamen, 3.000 Jahre alten Stammbaum. Somit hat der Harz eine Novität in der Wissenschaftswelt, den ältesten nachgewiesenen Stammbaum der Welt.

Seit Juni 2008 hat das nahe gelegene Bad Grund eine neue Harzer Besucherattraktion. Das Iberger Höhlenerlebniszentrum wurde nach nur 19 Monaten Bauzeit und einer Investition von 3,85 Mio. Euro eröffnet. Erste Überlegungen dazu, und somit die Idee, kamen vom Ausgräber Kreisarchäologen Dr. Flindt. Damals, in der Planungsphase, konnte man die endgültigen und einzigartigen wissenschaftlichen Ergebnisse der Forschung noch nicht absehen. Heute ist ein Museum entstanden, dass 160 Meter in den Berg vordringt und einzigartig in Deutschland ist.

Das Höhlenerlebniszentrum teilt sich in 3 Bereiche: Museum am Berg, Museum im Berg und Iberger Tropfsteinhöhle. Das „Museum am Berg“ stellt das Eingangsgebäude dar. Im Untergeschoß wird die Geologie des Harzes vermittelt und im Obergeschoß die sensationellen Ergebnisse der Erforschung der Lichtensteinhöhle. Auch die Rekonstruktion der Köpfe von einem Bronzezeitmann und seiner Tochter sind zu bestaunen. Es folgt das“ Museum im Berg“ einem 160m langen Stollen – der in den Berg gesprengt wurde. Unter dem Motto „ Riff auf Reisen“ wird so anschaulich die Geschichte des Ibergs dargestellt. Dieses Museum ist ein echtes Highlight des Harzes das man unbedingt besucht haben sollte. Es stellt einen touristischen Leuchtturm dar, der als Orientierung für andere Harzer Orte, -Regionen und Landkreise dienen sollte, denn leider wird das vorhanden Potential kaum ausgeschöpft.
Weitere Informationen unter: www.hoehlen-erlebnis-zentrum.de

zurück

Copyright der Fotos Herr von Daak Bad Grund
Copyright der Texte Bernd Sternal 2008

 
Gästehaus von Daak in Bad Grund