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Schaubergwerk Büchenberg

Schon im Frühmittelalter befand sich in der Nähe der heutigen Stadt Elbingerode ein Jagdhof mit Namen „Bodfeld“. Mit dem beginnenden Hochmittelalter und der Herrschaft der Ottonen wurden Siedlungen errichtet und erster Bergbau begonnen. Das ist über 1000 Jahre her und Eisenerz war es, was diese Region so interessant machte. Denn es lag nicht sehr tief, so dass es im Tagebau abgebaut werden konnte. In so genannten Pingen, das waren Gruben in denen bis zu 50m Tiefe geschürft wurde. Nördlich von Elbingerode, im Büchenberger Sattel, sind diese Pingen noch heute zu sehen. Doch waren dieser Abbautechnologie Grenzen gesetzt, die vorrangig das Grundwasser definierte. Mit dem Beginn des 18.Jahrhunderts begann man deshalb das Eisenerz unterirdisch, über Stollensysteme anzufahren.

Eines von zahlreichen Revieren um Elbingerode, welches das Mittelalter und die frühe Neuzeit überdauerte, war das Revier Büchenberg. Bis 1925 wurde dort Erzbergbau betrieben, dann wurde die Grube infolge der Weltwirtschaftskrise geschlossen. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde viel Erz für die Rüstungsindustrie benötigt, so dass die Grube Büchenberg 1936 wieder in Betrieb genommen wurde. Nach dem Ende des II. Weltkrieges wurde das Bergwerk verstaatlicht und, da die DDR auf Rohstoffe angewiesen war, bis 1970 betrieben. Es sollte das endgültige Aus für den Erzabbau im Büchenberg sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Erz mit einer 8650m langen Drahtseilbahn, die zwischen 1936 und 1949 erbaut wurde, nach Minsleben im nördlichen Harzvorland transportiert. Dort wurde das Büchenbergerz in Waggons geladen und nach Calbe/Saale transportiert. Eigens für dieses Harzer Erz hatte man dort eine spezielle Verhüttungstechnologie, den Niederschachtofenprozess entwickelt, der es ermöglichte mit Braunkohle-Hochtemperaturkoks als Energielieferant zu arbeiten.

Die Einstellung des Bergbaus im Büchenberg ist auf wirtschaftspolitische Überlegungen zurück zuführen. Die DDR war zwar sehr arm an Rohstoffen, trotzdem war es wirtschaftlicher, den Stahl aus der Sowjetunion zu importieren, als dieses magere Erz weiter zu fördern und zu verhütten. Die baulichen Anlagen Übertage wurden umgebaut und als Ferienobjekt genutzt.

Vom Zeitpunkt der Schließung an, gab es ehemalige Kumpels sowie Bergbauinteressiert, die sich für die Errichtung eines Schaubergwerkes am Büchenberg einsetzten. Aber es vergingen 14 Jahre, bis der damalige Rat des Kreises Wernigerode sich für diese Projekt einsetzte. Und dann dauerte es weitere 5 Jahre bis alles über- und untertage so hergerichtet war, das Besucher empfangen werden konnten. Im Herbst 1989 war es dann soweit, eine Teilinbetriebnahme für den Publikumsverkehr wurde eingeweiht. Nach der Widervereinigung wurde die Stadt Elbingerode Träger des Schaubergwerks und es wurde mit viel Initiative weiter gestaltet, investiert und ausgebaut. Aber die Euphorie verflog, denn es hielt keine Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Einzug. Also wurde die eine Schließung des Schaubergwerks beschlossen. Aber da gab es einen Enthusiasten, einen „Gläubigen“ 45-Jährigen, dessen Schwiegervater noch im Büchenberg Eisenerz abgebaut hatte. Und dieser Ralf Melzer brachte den Mut auf 2006 das Schaubergwerk zu pachten und so vor der Schließung zu bewahren. „Harzzeit“ fragte Melzer: Wie verrückt muss man sein, um ein stillgelegtes Bergwerk zu pachten?“ „So ziemlich“, räumte der Pächter unumwunden auf die Frage ein.

Viel hat sich seitdem getan. Die Schachtanlage reicht bis 300m tief in den Berg und das Labyrinth aus Stollen umfasst eine Länge von 42 km. Auf Ebene 1, der 50m Sohle, ist ein 600m langer Führungsweg ausgebaut. Eine einfache Führung dauert ca. 75 Minuten und beginnt in der Ausstellungshalle des Empfangsgebäudes. Nach einer kurzen Einführung durch fachkundiges Personal geht es ab durch das Mundloch in den Seilbahnkeller und Schacht 1. Überall nostalgische Bergbautechnik – die Industrieseilbahn war übrigens zu ihrer Zeit die längste in Europa. Augenscheinlich wird den Besuchern die Arbeitsatmosphäre der Bergleute erläutert. Und die Aufschlüsse in dem Besucherschacht geben einen Einblick in die Entstehungsgeschichte dieser Erzlagestätte sowie auch in die Entstehungsgeschichte des Harzgebirges. Es werden unterschiedliche Führungsvarianten von 1,5 bis zu 6 Stunden angeboten, die zum Teil mit ausgiebigen Bergmannsmahlzeiten einhergehen. Auch im Außengelände Übertage gibt es reichlich historischer Bergbautechnik zu sehen. Das Schaubergwerk Büchenberg, das unweit der B 244 zwischen Elbingerode und Wernigerode liegt, ist auch Ausgangspunkt eines Bergbaulehrpfades. Der 1992 eröffnete Rundwanderweg erläutert anschaulich etwa 400 Jahre Harzer Bergbaugeschichte.

Das Schaubergwerk Büchenberg verkörpert kein klassisches Museum. Es ist ein originaler, nostalgischer Bergbaubetrieb, bei dem die „Zeitmaschine“ Mitte des 20.Jahrhunderts angehalten wurde. So, als ob die Kumpel gleich aus dem Schacht ausfahren. Es vermittelt den fragwürdigen Charme eines Industriebetriebes, dessen Tätigkeitsschwerpunkt unter der Erde lag. Hier waren keine Bürofachkräfte mit Computerwissen gefragt, sondern harte Kerle die körperlich belastbar waren. Auch meint man noch heute, den Schweiß der Bergleute riechen zu können. Dieses Industriedenkmal zu erhalten hat sich Ralf Melzer zu Lebensaufgabe gemacht. Besuchen sie ihn, damit sein Unternehmertum und sein Engagement Früchte tragen kann, sein Mut belohnt wird und sein Schaubergwerk für zukünftige Besucher erhalten bleibt.

Weitere Informationen unter http://www.schaubergwerk-elbingerode.de
Link zu Google-Map: http://maps.google.de/

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2009

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