Kopf - Kirchen, Klöster, Dome --- Ausflugsziele, Sehenswertes im Harz
     

Ausflugsziele Startseite

 
Rubriken:
> Action & Freizeit
> Baden im Harz
> Burgen & Schlösser
> Dome, Kirchen & Klöster
> Familie & Kinder
> Garten- & Parkanlagen
> Geschichte
> Harzer Persönlichkeiten
> Harzer Traditionen &
   Handwerk

> Höhlen & Bergwerke
> Kultur
> Motorradtouren
> Mühlen im Harz
> Museen
> Natur & Nationalpark
> Reiten & Kutschfahrten
> Schlemmen
> Seen & Talsperren
> Tiere & Tiergärten
> Traumhochzeit im Harz
> Türme & Warten
> Wandern & Radeln
> Wellness & Gesundheit
> Wissenswertes

> Ab in den Urlaub >>>
Harz-Hotels online Buchen

> Suchmaschine

> Anfrage an Gastgeber
   im Harz
  
Lassen Sie sich ein
   individuelles Angebot für
   Ihren Harzurlaub erstellen.

> Harzorte mit Gastgebern
> Last-Minute Angebote
   im Harz

> Harz-Karte
> Geheimtipp-Forum
   
im Harz- Urlaub

 

 

Die Ruine der St. Andreaskirche Elbingerode

Über Jahrhunderte war der alte Königshof Bodfeld in Vergessenheit geraten. Auch hatte sich die Natur ihr Recht genommen und so war nicht einmal mehr der Standort dieser alten Jagdpfalz bekannt, der durch 17 Königsaufenthalte in die Geschichte Eingang fand.

Erst im 19. Jahrhundert, als man begann Geschichtsforschung wissenschaftlich zu betreiben, erinnerte man sich an diesen Jagdhof wieder und begann um 1870 mit der Suche nach den baulichen Resten. Bekannt war, dass der Standort auf der Elbingeröder Hochfläche zu suchen war. Diese Aufgabe wurde von Historikern, Bausachverständigen und Archäologen wahr-genommen und wird bis in unsere Zeit fortgeführt. Doch bis heute ist es nicht mit Sicherheit gelungen den Standort des Jagdhofes Bodfeld zweifelsfrei zu bestimmen. Aber der Jagdhof ist ein anders Thema und soll hier nicht behandelt werden. 

Bei den Grabungen wurde der Standort der alten Hüttensiedlung Lüttgen-Bodfeld gefunden. Zahlreiche montanarchäologische Funde belegen heute, dass die Elbingeröder Hochfläche bereits im frühen Hochmittelalter eine Hochburg der Eisengewinnung und -verhüttung war. Diese Erkenntnis, ins rechte Licht gesetzt mit Hunnenkriegen der Ottonen, erklärt auch die Bedeutung dieser Region für dieses Herrschergeschlecht. Dort auf dem Papenberg wurden die Grundmauern der St. Andreaskirche freigelegt. Der Standort dieser Wüstung liegt etwa 2,5 km südöstlich von Elbingerode, auf beiden Seiten des Papenbaches, der der Bode zufließt. Der östliche Hang des Tales, auf dem sich im vorigen Jahrhundert noch Wiesen befanden, ist jetzt von Fichtenwald bedeckt. In einer Lichtung liegt der abgerundet trapezförmige Steinwall von etwa 40-45 m Durchmesser mit der darin befindlichen Kirchenruine. Im Wall befinden sich zwei Tore. Die Kirche hatte eine Länge von ca. 25 m und eine Breite von ca. 9 m, das Kirchenschiff war ca. 18 m lang und hatte eine Mauerstärke von 0,87 m. Die Maße des Chors betrugen etwa 7,45 m x 6,86 m. Im Chor befindet sich das Altarfundament von quadratischer Form mit einer Seitenlänge von 1,46 m. Am Übergang zum erhöht liegenden Chor soll sich ein Triumphbogen befunden haben. Der Eingang ist an der Nordseite des Hauptraumes, ein anderer an der Südseite des Chores. Die Mauer besteht aus Kalk- und Granitsteinen und aus bearbeitetem Blankenburger Sandstein.

W. Nowothning vermutet auf Grund des Baubefundes und im Vergleich zum Befund an West- und Süddeutschen Kleinkirchen, dass die Andreaskirche aus dem 8./9. Jahrhundert stammen könnte.
Eine solche karolingische Gründung wäre auch eine plausible Erklärung für den massiven Ringwall um die Kirche, denn solche fränkischen Kirchen hatten auch eine Schutzfunktion zu erfüllen.

Eine letzte historische Nachricht von der St. Andreaskirche stammt aus einem Ablassbrief des Bischofs Volrad von Halberstadt von 1258, wonach damals die länger erhaltene Kirche schon in der Einsamkeit des Harzes lag, das Dorf also bereits wüst war. Wie aus Quellen des Bistums Halberstadt hervorgeht, diente im Hochmittelalter der dort vorbei führende Trockenweg noch als Wallfahrtsweg und die Kirche als Wallfahrtskirche.

Weitere Informationen: Jagdhof Bodfeld

zurück

Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2012