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Die Johanniskapelle

Auch außerhalb der bekannten touristischen Pfade gibt es in den geschichtsträchtigen Städten der Harzregion kulturhistorische Kleinode, die zu entdecken lohnenswert ist. So auch in der alten Kaiserstadt Quedlinburg.

Die Legende besagt, dass ein askanischer Graf aus Ballenstedt an Aussatz gelitten hatte. Durch eine Heilquelle am Fuße des Bleicheberges (heute Johannishain) soll er geheilt worden sein. Um das Heilwasser weiter nutzen zu können erstand er die Ländereien und ließ sich dort nieder. Und als Dank stiftete er ein Hospital, das er mit Ländereien ausstattete. Dieses Hospital wurde als Aussätzigenhaus 1229 erstmals urkundlich erwähnt.

Johanniskapelle Quedlinburg Johanniskapelle Quedlinburg Johanniskapelle Quedlinburg

Um 1150 wurde für das St. Johannis-Hospital die Johanniskapelle erbaut. Sie gehört somit zu den ältesten Sakralbauten Quedlinburgs. Die Johanniskapelle ist romanischen Ursprungs und wurde später mehrmals umgebaut und erweitert. 1483 wurde das Obergeschoß im Fachwerkstil erbaut und zählt damit zu den ältesten Fachwerkbauten der Stadt. Die Gestaltung des Innenraumes geht auf den letzten Umbau 1704 zurück und ist barock.

St. Johanniskirche Quedlinburg Johanniskapelle Quedlinburg St. Johanniskirche Quedlinburg

1906 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft die St. Johanniskirche erbaut. Die Kapelle verlor damit an Bedeutung und war dem Verfall preisgegeben. Vor wenigen Jahren wurde die Kapelle aber umfassend saniert und restauriert. Seit 2005 ist die Johanniskapelle eine Station des St. Jakobus-Pilgerwegs in Sachsen-Anhalt. Am früheren Eingang der Kapelle befinden sich Jakobsmuscheln als Pilgerzeichen, was darauf deutet, dass die Kapelle schon im Mittelalter Pilgerziel gewesen sein muss.

2006 wurde die nicht mehr fließende Quelle von zwei Quedlinburgern wieder freigelegt. Sie liegt unmittelbar an der Stresemannstraße, gegenüber der Johanniskapelle.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2007