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Burg- und Klosteranlage Ilsenburg

Am Eingang zum wildromantischen Ilsetal, links über einem 40m hohem Steilhang, liegt ein imposanter, weithin sichtbarer, altertümlicher Gebäudekomplex. Es ist das Kloster Ilsenburg, das auf dem Gelände der ursprünglichen Burganlage steht.

Bauherr und Baujahr sind wie bei den meisten unserer mittelalterlichen Burgen im Harz nicht bekannt. Geschichtlich erstmals erwähnt wurde die Burganlage 995 als „Elysynaburg“. Sie war Reichsburg, auf der sich Kaiser Otto III. bei einem Jagdausflug aufhielt. Eine von vielen, wie sie die Ottonen damals rund um den Harz besessen hatten. Bereits 3 Jahre später, also 998, übereignete Otto III. die Ilsenburg an Bischof Arnulf von Halberstadt zum Zweck einer Klostergründung. Heinrich II. bestätigte 1003 die Schenkung an den Bischof, die 1007 rechtskräftig wurde.

Es entstand die Benediktinerabtei Ilsenburg. Zur Wahrung der Kaiserlichen Belange wurde weiter oben im Ilsetal eine Ersatzburg auf dem Ilsestein errichtet. In der Folgezeit geht die Geschichte der Ilseburg in der des Klosters auf. Schon kurze Zeit nach der Klostergründung kam es zu Spannungen zwischen kirchlicher und weltlicher Macht, die schon im Sachsenkrieg Heinrichs IV. zu Zerstörungen auf dem Ilsestein führten, der dann 1107 endgültig zerstört wurde. Danach zog Ruhe ein.

Von den Bauten der Burg ist nichts erhalten, alles wurde in das Kloster integriert. Zu erkennen sind nur noch die Graben- und Wallreste. Auch von den einst bedeutsamen romanischen Klosterbauten sind nur noch Teile vorhanden. Aber der äußere Eindruck täuscht! Die Innenräume bergen viele architektonische Überraschungen von denen die säulengetragenen Gewölbe und ein reichverzierter romanischer Gipsfußboden in der Klosterkirche auszugsweise Erwähnung finden sollen.

Nach der Reformation wurde das Kloster aufgegeben und gelangte 1572 in den Besitz der Grafen von Stolberg-Wernigerode, die es 1609 zum gräflichen Wohnsitz machten. Dazu wurden umfangreiche Um- und Ausbauarbeiten ausgeführt. 1862 ließ Graf Botho von Stolberg-Wernigerode zahlreiche Restaurierungen ausführen, die den romanischen Zustand wieder herstellen sollten. 1929 verpachtete Fürst Christian Ernst das Kloster für 30 Jahre an die Evangelische Landeskirche Berlin, die ein Schulungszentrum betrieb.

Das Kloster wurde nach dem 2. Weltkrieg in DDR-Eigentum überführt – eine klassische Enteignung der Grafen von Stolberg-Wernigerode. Es verfiel zusehens, bis 1974 die Gemeine Ilsenburg die Klosterkirche kaufte und mit ersten Sicherungsarbeiten begann. Gleichzeitig eröffnete das Ministerium für Land- und Nahrungsgüterwirtschaft in einem Schlossflügel ein Erholungsheim, was zu weiteren Reparaturen und Sanierungen führte.

Nach der Widervereinigung setzte sich der Verfall fort. Im Jahr 2000 gründete Fürstin Maria zu Stolberg-Wernigerode die Stiftung „Kloster Ilsenburg“ als erste private Stiftung für ein Kulturdenkmal in Sachsen-Anhalt. Zweck der Stiftung ist die Sanierung von Kloster und Klosteranlage und seine Öffnung für die Öffentlichkeit. Inzwischen stellt die Klostersanierung eines der Schwerpunktobjekte der Deutschen Stiftung Denkmalpflege dar und wird von ihr fachmännisch begleitet sowie finanziell gefördert.

Klosteranlage Ilsenburg mit Klosterkirche
Führungen für Gruppen durch die Klosterkirche sind nach Anmeldung bei der Tourist Info Ilsenburg, Tel.: 03 94 52 - 1 94 33 möglich. 
Die Stiftung Kloster Ilsenburg, Tel.: 03 94 52 - 8 01 55 steht Ihnen auch für weitere Informationen zur Verfügung unter www.klosterilsenburg.de.

sowie: Klosterwanderweg von Ilsenburg nach Drübeck

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2008-2010