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Quedlinburger Domschatz

Was ist eigentlich ein Schatz? Etwas besonders schönes und altes, etwas kunstvolles oder etwas seltenes und wertvolles? Ich denke das liegt immer im Auge des Betrachters.

Den Quedlinburger Domschatz wird aber jeder Betrachter unzweifelhaft als Schatz erkennen. Seine Anfänge liegen in der Gründung des deutschen Königtums, seine Urheber und einstiegen Besitzer waren die Ottonen. Die über 50 Einzelstücke sind aus Gold, Silber, Elfenbein, Bergkristall und Edelsteinen gefertigt. Aber das wohl bedeutendste Stück des Schatzes stellt das Samuelevangelium dar. Diese Handschrift, in Gold geschrieben, reich illustriert und mit einem Prunkeinband aus Gold und Edelsteinen, stammt aus der Karolingerzeit und zählt zu den ältesten erhaltenen deutschen Handschriften überhaupt.

Dieser Schatz ist ein Stück deutscher Kulturgeschichte. Das sah auch H. Himmler 1940 wohl so und beschlagnahmte im Namen der NSDAP den Domschatz. Nach den ersten Bombenangriffen der Alliierten auf Deutschland wurde es notwendig, den Schatz bombensicher zu verstecken. Das taten die Nationalsozialisten in den Alteburghöhlen bei Quedlinburg. Der Krieg war zu Ende, die amerikanische Truppen besetzten Quedlinburg und wurden auch auf die versteckten Kisten in den Höhlen aufmerksam. Aber wie das im Leben nun mal so ist, auch Befreier sind nicht alle gut und ehrlich. So hatten sie in Quedlinburg einen Offizier und Kunstliebhaber in ihren Reihen, der den Wert des Schatzes erkannte. Und er stahl ihn, in dem er die Einzelteile als Paket verpackt in seine Heimat nach Texas schickte.

45 Jahre später machte sich ein deutscher Kunsthistoriker und Journalist auf die Suche nach den gestohlenen wertvollsten Stücken des Schatzes. Und er war erfolgreich! Zwar wurde das genannte Samuel Evangelium derzeit gerade auf dem internationalen Kunstmark zum Verkauf angeboten und die BRD erwarb es für 5 Mio. Mark. Aber das restliche Diebesgut wurde in den Schließfächern einer texanischen Bank gefunden und zurück nach Quedlinburg gebracht. Der Dieb war allerdings inzwischen verstorben.

Es handelt sich bei dem Quedlinburger Domschatz also um einen "echten" Schatz. War er doch lange Zeit verschollen und wurde Dank der Initiative eines Dr. Kortes wieder gefunden. Und Sie können den Schatz heute wieder im Quedlinburger Dom bewundern.

Weitere Informationen unter: Ausflugsziele - Stiftsburg Quedlinburg
http://www.kirchenkreis-halberstadt.de/neu/arbeitsbereiche/domschatz_qlb.php#
http://de.wikipedia.org/wiki/Domschatzkammer_Quedlinburg
Link zu Google-Map: http://maps.google.de/

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2009