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Die Kleine Frauenkirche in Schwenda

Schwenda ist ein Ortsteil der Gemeinde Südharz im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Der Ort liegt 450 m ü. NN und wurde im Jahr 532 erstmals als "Wenda unterm Berg im Harzgau" urkundlich erwähnt. Dabei bezieht sich die topografische Bezeichnung "unterm Berg" auf den Großen Auerberg. Schwenda zählt damit zu den ältesten Ortschaften der gesamten Harzregion und gehörte im Mittelalter zum Besitz der Grafen zu Stolberg und lag im Amt Hayn (Harz) der Grafschaft Stolberg. Bis 1815 war der Ort Bestandteil des Kurfürstentums Sachsen und gelangte dann an den Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen.

Schwenda ist ein kleiner Ort mit etwa 580 Einwohnern. Trotzdem hat es eine außergewöhnliche Kirche, die von den Einheimischen liebevoll "die kleine Harzer Frauenkirche" genannt wird. Es ist ein evangelisches Gotteshaus, das St. Cyriakus und Nicolai gewidmet wurde. Mitten in diesem kleinen verschlafenen Unterharzer Dorf, das in den wenigsten Harzer Tourismusführern erwähnt wird, steht ein Kirchenbau, der auf den ersten Blick fasziniert. Die Architektur ist überraschend anders als die der anderen üblichen kleinen Harzer Kirchen. Sie stellt sofort Assoziationen her - aber womit? Zur wiedererstandenen Dresdner Frauenkirche - ein achteckiger Barockbau mit Kuppelaufbau, der sich sich zu einem zweistöckigen Turmartigen Aufbau verjüngt. Alles wie in Dresden, nur Dimensionen kleiner.

Aber wie kam es zu dieser prächtigen kleinen Kirche in einem abgelegenen unbedeutenden Dorf mitten im Unterharz. Dokumentiert ist, dass die Schwendaer bereits im 13. Jahrhundert eine eigene Kirche hatten. Der Name der Kirche - St. Cyriakus - lässt aber auf ein weitaus älteres Entstehungsdatum schließen. Der Heilige Cyriakus, über dessen Leben kaum genaueres bekannt ist, wurde im Zuge der Christenverfolgung durch Kaiser Diokletian im Jahr 306 in Rom enthauptet - er wurde so zum Märtyrer. Bekannt ist allerdings, wo Cyriacus begraben wurde, diese Stätte existiert allerdings nicht mehr. Nach der Überlieferung des Klosters Lorsch wurden seine Gebeine im Jahr 847 in die später durch Kriegshandlungen mehrfach zerstörte Stiftskirche St. Cyriacus in Neuhausen bei Worms überführt. Die Gebeine wurden im 9. und 10. Jahrhundert als Reliquien in verschiedene Kirchen verteilt, deren Schutzpatron St. Cyriakus wurde, woraus der Schluss zu ziehen ist, dass die Kirche in Schwenda auch aus dieser Zeit stammt.

Nun kommen wir zur sagenumwobenen Geschichte der barocken "Frauenkirche": Der Harz war zu Beginn der Neuzeit ein bedeutender Bergbaustandort in Europa. Dies hatte sich auch bis nach Italien herumgesprochen und entsprechende Italienische Prospektanten, die auf der Suche nach Mineralien waren kamen in den Harz. Venediger wurden diese fremdländischen Menschen genannt. Heute wird davon ausgegangen, dass diese Venediger für die Glasherstellung im Murano auf der Suche nach Glasentfärbern sowie Glasfarben waren. Im Jahr 1578 zog eine Familie aus Venedig diesbezüglich durch den Harz. Es kam ein schweres Gewitter auf und ein Blitz tötete die Venediger - bis auf die einjährige Mathilde. Die Toten wurden gefunden und begraben, sie trugen Siegelringe mit dem Namen Brilliperi. Das kleine Mädchen wurde vom Pastor aufgenommen. Zwölf Jahre später hatten sich Verwandte aus Venedig im Harz auf die Suche nach den verschollenen Familienmitgliedern gemacht. Sie fanden Mathilde und nahmen sie mit in ihre Heimat. Aus Dankbarkeit für die Versorgung von Mathilde stifteten sie eine erhebliche Geldsumme für den Bau einer Kirche in Schwenda. Es sollte ein prachtvoller Rundbau im Stile des Petersdoms werden, sollen sie verfügt haben. Die Spende soll den Stolberger Grafen übergeben worden sein, die sie verwarten.

Aber der Neubau wurde nicht gleich vorgenommen, denn eine Kirche war ja vorhanden. Auch wusste man sich mit dem Rundbau nicht zu helfen. Erst als die alte Kirche baufällig geworden war, wurde der Neubau angegangen. Von 1736 - 1738 wurde die Kirche unter Leitung des Stolberger Kammer- und Bergrates Johann Friedrich Penther errichtet. Dieser war aber kein Baumeister und auch kein Architekt, insofern ist nicht anzunehmen, dass die Baupläne eines derart komplizierten Kuppelbaus aus seiner Feder stammen. Es wir vermutet, dass die Kirchenentwürfe von George Bähr, dem Erbauer der Dresdner Frauenkirche stammen. Die Vermutung ist aber fragwürdig! Ihr liegt auch zugrunde, dass beide aus Fürstenwalde stammen. Bähr stammt allerdings aus Fürstenwalde (Altenburg) aus dem Erzgebirge, ob Penther auch aus diesem kleinen Erzgebirgsdorf stammte oder einem der 4 anderen Fürstenwalde ist bisher unklar. Auch besteht ein erheblicher Altersunterschied, als dieser geboren wurde war Bähr bereits in Dresden aktiv.

Über den Bau der Schwendaer Kirche gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Und auch für die Stifterlegende ließen sich bisher keine Beweise erbringen. Tatsache ist aber, dass dieser außergewöhnliche Kirchen-Kuppelbau in Schwenda errichtet wurde und das er durchaus als kleine Schwester der berühmten Dresdner Frauenkirche durchgeht. Das Geheimnis "der Schwendaer Frauenkirche" hart also noch seiner Entschlüsselung.

Die Schwendaer St. Cyriakus und Nicolai-Kirche ist einer der bedeutendsten Sakralbauten der Harzregion und das nicht nur baulich. Der bedeutende hallesche Maler Karl Völker (1889-1962), dessen Werke während des Nationalsozialismus als entartete Kunst verfemt waren, stattete 1938 die Schwendaer Kirche mit wunderbaren Malereien aus. Besonders hervorzuheben sind dabei seine märchenhaft-fantasievollen Szenen um das venezianische Findelkind.
Wer die "Kleine Harzer Frauenkirche" in Schwenda besucht, wird sie für immer in seinen Gedanken haben - so wie man auch ihre großen Geschwister in Dresden und Rom nie vergisst, wenn man sie einmal bestaunt hat.

Schwenda hat mit seiner Kirche ein Baudenkmal erster Güte, das außerdem noch so viele Geheimnisse birgt, wie kaum ein anders Baudenkmal im weiten Rund.

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2014

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