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Das Fachwerkmuseum im Ständerbau

Quedlinburgs historische Altstadt ist als Fachwerkstadt weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Seit 1994 ist diese Altstadt, mit seinen ca.1200 Fachwerkhäusern aus über 6 Jahrhunderten, nun auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Die Stadt besitzt somit eines der größten Flächendenkmale in Deutschland, ein außergewöhnliches Ensemble aus alten Fachwerkbauten, verwinkelten, schmalen Gassen, kleinen umbauten Plätzen und kopfsteingepflasterten Straßen.

In der Wordgasse 3 steht die Perle dieses Flächendenkmals. Das Ständerhaus ist nicht das architektonisch schönste, wohl aber das älteste Fachwerkhaus Quedlinburgs. Dendrochronologische Untersuchungen haben eine Bauzeit für den Ständerbau um das Jahr 1310 ergeben. Damit zählt es zu den ältesten erhaltenen Fachwerkbauten in Deutschland.

Dieser Ständerbau verkörpert die älteste, die ursprüngliche Konstruktionstechnik des Fachwerkbaus in Gestalt eines Geschossbaus. Die Ständer umstellen bei dieser Konstruktionsweise den Hauskörper vom Sockel bis zum Dach. Baugeschichtlich ist es also eine Weiterentwicklung der uralten Pfostenbauweise. Nur hat man die Statik des Bauwerks durch Querbalken und Aussteifungen verstärkt und mit Zapfenkonstruktionen gegen Zug- und Druckkräfte gesichert.

Der Quedlinburger Ständerbau war noch bis 1965 bewohnt. Über die Jahrhunderte wurde er natürlich oftmals verändert und auch erneuert. Dennoch haben fachliche Untersuchungen ergeben, noch etwa 65 % des Fachwerkgerüstes aus Fichtenholz ist ursprünglich. Dieses außergewöhnliche Baudenkmal ist Bestandteil der Städtischen Museen Quedlinburg und kann außer Donnertags von 10 – 16 Uhr besucht und besichtigt werden.

Weitere Informationen unter Wikipedia Ständerbauweise oder über
Quedlinburg: http://www.quedlinburg.de/index.php?id=118057000413&cid=118057000121

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2010

 
 
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