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WaldWandelWeg am Schubenstein bei Torfhaus

Die Harzer Wälder sind im Wandel. Klimawandel und seine Folgen wie Orkane oder Sommertrockenheit machen der Fichte zu schaffen. Leichtes Spiel für den Borkenkäfer. Beim Anblick von Kahlflächen oder toten Bäumen stellen wir uns die Frage „Wie wird der Harzer Wald der Zukunft aussehen?“

Als Beitrag zur Antwort auf diese Frage kommt nun eine neue Besuchereinrichtung des Nationalparks Harz hinzu. In den vergangenen Monaten wurde der neue „WaldWandelWeg“ am Schubenstein bei Torfhaus fertig gestellt und am 24. August 2009 durch den Nationalparkleiter Andreas Pusch seiner Bestimmung übergeben. Hier sollen nicht nur die Besucher des Nationalpark-Besucherzentrums TorfHaus sondern auch alle zufällig vorbeikommenden Wanderer dazu angeregt werden, die dynamische Waldentwicklung im „Urwald von morgen“ hautnah zu erleben. Das emotional besetzte Thema des Absterbens alter Fichten infolge der Massenvermehrung des Borkenkäfers wird hier sachlich moderiert.

Der Pfad ist ein Gemeinschaftsprojekt – er wurde vom Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus konzipiert, von der Revierförsterei Torfhaus und der Nationalpark-Werkstatt Oderhaus gebaut und mitfinanziert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Auf ca. 180 Metern Länge werden mittels attraktiv gestalteter Informationstafeln Informationen gegeben, die hiesigen Borkenkäferaktivitäten, ihre biologischen Hintergründe, aktuelle Fragen der Borkenkäferentwicklung und der Zukunft des Waldes sowie die Ursachen für diese Entwicklung dargestellt. „Dem ´Wind-Sturm´ folgt ein ´Käfer-Sturm´ “ – das ist auf einer der Info-Tafeln zu lesen, die künftig Besucher neugierig machen soll. Was verbirgt sich hinter dieser Aussage? Oberhalb von etwa 800 m Höhe befindet sich der natürliche Lebensraum der Fichte. Dem rauen Klima widersteht sie in diesen Höhenlagen. Unterhalb von 800 m wächst sie zwar auch, wird aber zunehmend durch Sommertrockenheit beeinträchtigt. Im Falle eines Windwurfes profitiert der Fichtenborkenkäfer ebenfalls vom milderen Klima der mittleren Höhenlagen. Massenhaft umgeworfene und absterbende Fichten ermöglichen eine sprunghafte Vermehrung des Borkenkäfers. Dieser Vielzahl können sich dann auch viele der stehenden Fichten nicht mehr erwehren. Dem „Wind-Sturm“ folgt somit ein „Käfer-Sturm“. Aber: „Kein Grund zur Sorge“, so Nationalparkleiter Andreas Pusch: „Am Ende steht nicht ein toter Wald, sondern sprießendes Leben aus jungen Fichten, Ebereschen, Weiden und Birken.“

Vitalität und Lebenskraft – Harzer Wälder wandeln sich
Am WaldWandelWeg befindet sich eine relativ junge Windwurffläche, und in den älteren Fichtenbeständen am Rande zeigen sich erste Anzeichen des Absterbens infolge des Borkenkäferbefalls. „Hier können die Besucher direkt auf Bohlenwegen durch den Windwurf laufen und unmittelbar und intensiv miterleben, welche Naturgewalten hier herrschen und wie sich in solchen Strukturen eine enorme Vielfalt und Lebenskraft äußert“, so die Leiterin des Besucherzentrums, Heike Albrecht. „In den kommenden Jahren lässt sich am WaldWandelWeg ein interessanter Abschnitt der dynamischen Waldentwicklung mitverfolgen.“ Ulrich Schulze, Nationalpark-Revierleiter auf Torfhaus und Werkstattleiter, investierte seit Anfang Juni 2009 mit seinen Forstwirten viel Zeit und Kraft, den Pfad zu errichten. Schulze meint: „Hier erlebt der Nationalpark-Besucher auf engstem Raum die wesentlichen Entwicklungen im Wald hautnah mit, das heißt, den Wandel in seiner ganzen Vielfalt. Manch ein Besucher mag sich fragen: Endet das angerichtete Chaos auch im Chaos der Natur? Ich sage: Nein. Die Natur und ihre Kraft werden es richten.“
Ein großes Plus: Der Weg ist – ausgehend vom im Mai diesen Jahres eröffneten Neubau des Nationalpark-Besucherzentrums auf dem Großparkplatz Torfhaus – schnell erreichbar, und die Besucher können im Zuge eines Spaziergangs auf dem Rundweg sowohl die Schönheiten des Hochmoores genießen als auch die vitale, ursprüngliche Kraft des Waldes und die Walddynamik erleben.

Naturerlebnispunkt am Quitschenberg
In Ergänzung zum WaldWandelWeg wird zusätzlich ein weiterer Naturerlebnispunkt eingerichtet. Auf der beliebten Wanderung über den Goetheweg zum Brocken, die jährlich über 100.000 Menschen antreten, erreichen die Wanderer nach ca. 3,5 km den Quitschenberg. Nach einer starken Borkenkäfer-Massenvermehrung ist hier seit den 1990er Jahre die neue Waldentwicklung in vollem Gang. Gerade die damals nicht aufgearbeiteten Flächen sprießen heute von Ebereschen, Weiden und Fichten – die nachwachsende Waldgeneration prägt zunehmend den Eindruck. So zeigt sich: Der Borkenkäfer wird nicht der letzte Akteur sein in dem Schauspiel, das die Natur hier in ihrer ganzen Dynamik entfaltet.

Hintergrundinformation
Nationalpark Harz: Der Nationalpark Harz ist seit 2006 der erste bundesländerübergreifende Nationalpark in Deutschland und gleichzeitig der größte Waldnationalpark Deutschlands. Hier werden auf etwa 250 km² die einheimischen Fichten-, Misch- und Buchenwälder geschützt. Bereits auf knapp 42 % der Fläche gilt das Motto „Natur - Natur sein lassen“. In manchen Bereichen werden Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt, um eine naturnahe Entwicklung der ehemaligen Nutzwälder zu unterstützen.

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus: Seit dem 26. Mai 2009 ist das neue Besucherzentrum offiziell geöffnet und setzt die erfolgreiche Arbeit des Nationalparkhauses Altenau-Torfhaus fort. Das Haus ist eine Einrichtung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz. Betrieben wird es vom BUND-Landesverband Niedersachsen in einem Trägerverbund mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz und der Samtgemeinde Oberharz. Der WaldWandelWeg ist ein ausgelagerter Teil der Ausstellung und setzt das Thema Walddynamik im Freiland fort.

DBU: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ist die größte europäische Umweltstiftung und hat das Besucherzentrum und den Bau des WaldWandelWeges finanziell gefördert. Die DBU fördert innovative und beispielhafte Projekte aus den Bereichen Umwelttechnik, Umweltforschung/ Naturschutz und Umweltkommunikation unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft. Sitz der Stiftung ist Osnabrück. Kontakt: Deutsche Bundesstiftung Umwelt, An der Bornau 2, 49090 Osnabrück, Tel. (0541) 9633-0, Fax (0541) 9633-190.

Dr. Friedhart Knolle

Weitere Informationen unter:
http://www.nationalpark-harz.de/de/3_natur_erleben/waldwandelweg.php und
eine Karte mit der Lage des WaldWandelWegs in unserer Wanderwegbeschreibung „Rund um das Große Torfhausmoor“ (Download: pdf-Datei, ca. 750 KB)

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Copyright der Fotos und der Texte Nationalpark Harz 2009