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Die Fürst-Stolberg-Hütte Ilsenburg

Ihren Namen hat dieser alte Hüttenbetrieb Graf Botho zu Stolberg zu verdanken, der 1530 den Grundstein legte. Botho von Stolberg war Graf von Stolberg, Wernigerode und Hohnstein. In seinen Grafschaften gab es einige Bergwerke, die Eisenerz abbauten. Was lag für den geschäftstüchtigen und kaufmännisch versierten Adligen da näher, als einen Hüttenbetrieb zu errichten der das Erz weiterverarbeitete. Schnell wuchs der Betrieb, die Eisengießerei steckte im Spätmittelalter zwar noch in den Kinderschuhen, entwickelte sich aber rasant weiter. Und der Bedarf an Gussfabrikaten wie Haushaltsgeräten, Waffen, Kanonen- und Wasserohren, Öfen und Ofenplatten war kaum zu decken.

Die Fürst-Stolberg-Hütte entwickelte sich zu einer ersten Adresse in Deutschland und Europa. Große Künstler, wie Albrecht Dürer, Karl-Friederich Schinkel, Alphons Mucha, Albin Müller, G. Wechter, Thorwaldsen, Labenwolf, Cellini, Petrucci, Holbein, Ferdinand Schneevoigt, Hermann Hase, Henning aus Florenz, Eduard Schott, Walter Schott, Modellschneider Ronnung (Ofenplatten des 16. Jh., Meister der Königin von Saba) schufen für die Hütte Modelle oder ihre Arbeiten wurden von den Modelleuren der Hütte als Vorlagen für originalgetreue Eisenkunstgussmodelle verwandt.

Bis ins 18. Jahrhundert fertigte die Hütte vorrangig Gebrauchsgegenstände sowie Halbzeuge, denn Eisenkunstguss war allgemein technologisch noch nicht möglich. Dann aber wurden neue Schmelzverfahren entwickelt, die eine höhere Temperatur ermöglichten und somit dünnflüssigere Schmelzen. Die Gießereien machten den Schritt von der Manufaktur zum Industriebetrieb. Diese Verfahrenstechnik, mit Hilfe von Koks, in Hochöfen Eisen industriell zu schmelzen wurde zwar 1735 in England entwickelt und wurde schon einige Jahrzehnte später in Deutschland übernommen. 1796 begann als erste die Hütte in Gleiwitz mit dieser Technologie zu arbeiten. In den Freiheitskriegen gegen das napoleonische Frankreich kam es in Deutschland zu einer ersten Blüte des Eisenkunstgusses.

Außergewöhnliche Leistungen bedürfen außergewöhnlicher Persönlichkeiten. Eine solche war Eduard Schott, der 1838 in die Ilsenburger Hütte kam, zuerst Hüttenschreiber war und 1855 Hütteninspektor wurde. Unter Schott wurden etwa 3.000 Kunstgussartikel entworfen und gefertigt. Die Ilsenburger Fürst-Stolberg-Hütte stieg unter ihm in die erste Liga der Eisengießereien weltweit auf. 1855 präsentierte sie auf der Weltausstellung in Paris ein Aufsehen erregendes, 7m hohes Monument. Es folgten Teilnahmen an zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen und die Exponate wurden mit zahlreichen Gold- und Silbermedaillen ausgezeichnet. Aber Schott betrieb auch wissenschaftliche Arbeit und entwickelte Verfahren und Technologien weiter. Und er verfasste auch die erste wissenschaftliche Abhandlung über Eisenkunstguss.

Von 1862 bis 1868 arbeitete auch der Blankenburger Metallurge Adolf Ledebur in der Ilsenburger Hütte. Ledebur, der zuvor in der Eisenhütte Zorge gearbeitet und in Braunschweig Hüttenwesen studiert hatte, wurde nach seiner Ilsenburgstation Professor an der Bergakademie Freiberg. Ledebur gelang als erstem 1882 der Nachweis von Mischkristallen aus Eisen und Kohlenstoff im Roheisen, die nach ihm Ledeburit genannt wurden. Seine Erkenntnisse sind Grundlagen für alle eisenmetallurgischen Prozesse, auch in modernsten Hüttenanlagen.

Die Fürst-Stolberg-Hütte erlange weltweite Bekanntheit. Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten besuchten über die Jahrhunderte Ilsenburg, so Zar Peter der Große, Kaiser Friedrich III. und Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II.. Nach dem 1.Weltkrieg ging die Hütte an die Magdeburger Maschinenfabrik, wurde aber 1925 von den Stolberger Fürsten zurückgekauft. 1930 wurden die Krupp-Werke Eigentümer. Auf Grund seiner Kriegsproduktion und von geforderten Reparationsleistungen wurde die Hütte nach 1945 von den sowjetischen Besatzungsmächten konfisziert. Aber schon nach einigen Jahren wurde die Hütte in DDR Eigentum überführt. Die Fürst-Stolberg-Hütte wurde in Ilsewerk umbenannt und ein Zweigbetrieb des Schwermaschinenkombinats Ernst Thälmann. In dieser Zeit widmete sich der Betrieb ausschließlich dem Industrieguss.

1993 erfolgte die Reprivatisierung unter dem Namen Fürst-Stolberg-Hütte. Das heutige Produktspektrum ist breit gefächert, umfasst aber auch weiterhin Industrieguss, allerdings keine Massen- und Großserienfertigung mehr. Aushängeschild der neuen, alten Hütte ist aber wieder der Eisenkunstguss. Und auf Grund der langen Erfahrung sowie des technischen Know-how im Sektor Restauration alter Gussteile, ist ein neues Geschäftsfeld mit Perspektive entstanden.

Berühmte Persönlichkeiten kommen heute nicht mehr in die Ilsenburger Eisenhütte. Dafür können aber heute Besucher in die faszinierende Welt des Eisengießens eintauchen. Es gibt Führungen wie man sie nur selten erleben kann. Im täglichen Leben haben wir ständig Umgang mit Eisenprodukten, aber nur die wenigsten haben eine Vorstellung wie z.B. unsere gusseiserne Bratpfanne entsteht. Das, und vieles mehr können sie bei einem Besuch in der Fürst-Stolberg-Hütte erfahren und erleben. Und glauben sie mir, es wird bleibenden Eindruck hinterlassen! Und für besondere Enthusiasten werden auch metallurgische Mitmachkurse angeboten. Kreativität in einer anderen Sphäre!
 
Weitere Informationen erhalten sie unter:
Eisenkunstguss im Harzgebiet
Eduard Schott - http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Schott
Adolf Ledebur - http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Ledebur

Die Fürst Stolberg-Hütte kann leider nicht mehr besichtigt werden,
da diese geschlossen ist. In Ilsenburg findet man aber noch das
Hütten- und Technikmuseum Ilsenburg
Marienhöfer Str. 9b
38871 Ilsenburg (Harz)

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag: 13:00-16:00 Uhr (Letzter Einlass: 15:30 Uhr)
Anmeldungen von Gruppen und Führungen sind auch außerhalb der Öffnungszeiten
nach Vereinbarung möglich: Telefon: 039452 / 2222

>>> Gastgeber in Ilsenburg

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Copyright der Fotos und der Texte Bernd Sternal 2010/2011

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Deutschland (k)ein Erfinderland von Bernd Sternal
Ein Abriss durch die Geschichte deutschen Erfindertums

mit biographischen Passagen sowie einigen Kommentaren und Einlassungen,
die hoffentlich zum Nachsinnen anregen
Deutschland (k)ein Erfinderland von Bernd Sternal

„Vergraben ist in ewiger Nacht der Erfinder großer Name zu oft. Was ihr Geist grübelnd entdeckte, nutzen wir; aber belohnt Ehre sie auch?“
Friedrich Gottlieb Klopstock (um 1760)


Der Autor Bernd Sternal (* 1956) ist gelernter Werkzeugmacher und Flugzeug-mechaniker sowie Dipl.-Ing. für Maschinenbau und Technologie. Er arbeitete als Manager in verschiedenen Branchen, war als Unternehmer, freiberuflicher Ingenieur und als Technologieberater tätig und er ist freier Erfinder mit zahlreichen nationalen und internationalen Patenten, Gebrauchs- und Geschmacksmustern. Seit 2006 ist er als Publizist und Autor tätig geworden. Mit dem Buch möchte er eine Brücke für Erfinder schlagen, sie aber auch aus seinem reichen Erfahrungsschatz schöpfen lassen. Auch möchte er einer breiten Leserschaft über das Erfindertum berichten, damit die Gesellschaft nicht vergisst, woher unser deutscher Wohlstand kommt und wie er zu erhalten ist. Denn erfolgreiche Erfinder sind auch Superstars, wenn auch fast immer im Verborgenen. Auch möchte er mit seinem Werk den Entschei-dungsträgern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft einen Spiegel vorhalten. Und letztendlich hat er versucht, hoffentlich intelligente und machbare Vorschläge aufzuzeigen, um dem Erfindertum in Deutschland wieder den Stellenwert einzuräumen, den es verdient – eine Spitzenposition.
Buchauszüge hier >>> www.deutschland-kein-erfinderland.de